Der Richtige Start!

Letzthin ist ein Bekannter auf mich zugekommen, 
den ich schon lange nicht mehr gesehen habe. 
Und das erste war, was er zu mir sagte: „Du hast zugenommen!“ 
Eigentlich wollte ich ihm darauf eine schnelle Antwort geben, 
so etwa in der Art: „Wenn Gutes mehr wird, soll man es nicht daran hindern!“ 
Aber es gelang mir nicht. Denn diese, seine ersten, 
Worte haben mich verletzt und getroffen. 
Jetzt haben wir uns so lange nicht mehr gesehen und das Erste, 
was er zu mir sagt, ist eine Bemerkung zu meinem Übergewicht. 
Weil das natürlich ein auch von mir deutlich identifiziertes Problem ist, 
brauche ich nicht noch seinen Fingerzeig darauf. 
Ich spüre mein Übergewicht selbst und kämpfe tagtäglich damit. 
Ich brauche seine Bemerkung nicht. 
Sie ist nicht nötig und reduziert mich auf mein Äusseres. 
Eine Frau hat mir einmal im Gespräch gesagt, dass sie sich immer aufrege, 
wenn Männer zu ihr sagen, sie sehe gut aus. 
In der Regel sei das eine Reduzierung und ein Nein zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihr. 
Das heisse nicht, dass sie im richtigen Kontext ein Lob für ihre Erscheinung nicht schätze. 
Aber im beruflichen Alltag erlebe sie es als eine Botschaft, 
sich nicht weiter mit ihr auseinandersetzen zu wollen. 
Das Gespräch mit meinem Bekannten blieb kurz. Seine Botschaft war klar. 
Und meine Lust war klein. Damit wird wieder einmal deutlich, 
wie gut es uns tut, wenn jemand mit Erscheinung und Worten sagt: 
„Es ist schön, Dich wieder einmal zu sehen!“ 
Da wächst die Lust und das Interesse, sich miteinander auseinander zu setzen. 
Und da haben dann durchaus auch einmal die Feststellungen „Du hast zugenommen!“ 
oder „Du siehst gut aus!“ ihr Recht und ihren Platz.

SCHERBEN

Scherben bringen Glück – sagt das Sprichwort. 
Im Leben eines jeden Menschen aber gibt es Scherben, 
die ganz und gar nicht nach Glück aussehen: Versäumtes und Misslungenes, 
Zerbrochenes und Zerschlagenes, Schicksalsschläge und Versagen, 
Unfertiges und Geflicktes... Welches sind die Scherben in meinem Leben? 
Wie gehe ich mit ihnen um? Welche Bedeutung oder auch welche Kraft gebe ich ihnen? 
Phil Bosmans gibt uns dazu einige Anregungen:
„Fang den Tag von heute nicht mit den Scherben von gestern an! Der Tag gestern, 
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei, begraben in der Zeit. 
An ihnen kannst du nichts mehr ändern. Hat es Scherben gegeben? 
Schlepp sie nicht mit dir herum! Denn sie verletzen dich Tag für Tag, und zum Schluss kannst du nicht mehr leben. 
Es gibt Scherben, die wirst du los, wenn du sie Gott in die Hände legst. 
Es gibt Scherben, die kannst du heilen, wenn du ehrlich vergibst. 
Und es gibt Scherben, die du mit aller Liebe nicht heilen kannst. 
Die musst du liegen lassen.“
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